Dreimal „Quer durch Berlin“ an einem Tag!
Am Sonnabend dem 10.10. war es wieder soweit, die traditionelle Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ stand wieder an. In den Vorjahren waren immer wieder etliche Frauen und Männer aus unserem Verein aktiv dabei. Im Doppelvierer, im Gig-Achter, im Rennachter, gemischt Frauen und Männer, Anfängerteams, Junioren und Senioren…
Bei den Frauen entstand im Spätsommer der Plan für einen reinen Frauenachter. Dem zugrunde liegt die Tatsache, dass es auch durch Bemühungen unserer Frauen überhaupt dazu kam, dass die Kategorie Frauen Gig-Achter zum ersten Mal zur Ausschreibung kam! Und nicht nur das, es gab gute Resonanz und es wurden sogar einige Mannschaften in verschiedene Altersklassen gemeldet! In der Vergangenheit konnten die Frauen nur im Sonderrennen im Gig-Achter mitfahren, d.h. meistens damit auch in einer gemischten Mannschaft und im Wettbewerb mit deutlich jüngeren Mannschaften…
Da bei den Männern auch ein zahlreiches Interesse bestand wurde auch für diese Mannschaft ein Achterrennen angepeilt. Da nun der Gig-Achter bereits gemeldet war mussten die Männer im Rennachter an den Start gehen.
Zwei Boote erfordern auch zwei Steuerleute. Glücklicherweise liess sich ein Doppelstart für Maja arrangieren, so dass damit durch Maja und Uwe alle Boote abgesichert waren!
Zur Regatta. Üblicherweise eine attraktive Strecke durch die Stadt. Diesmal leider nicht. Baustellen verhinderten die normale Streckenführung. Die Ersatzstrecke ging vom Hafen Tegel über den Tegeler See in den Hohenzollernkanal, insgesamt etwas über 7km lang (also wie sonst auch auf der Stadtstrecke…).





Dazu auch an diesem Tage recht schweres Wetter, starker Wind aus Südwest erzeugte eine massive Welle und Gegenwind auf dem Tegeler See. Die ersten Kilometer waren dadurch mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad zu bewältigen. Wie immer bei dieser Regatta erhebliches Gedränge an den Stegen mit der Konsequenz, dass man schon sehr lange vor dem Start einlegen muss. Was im Normalfall schon nervt, aber nun bei diesem Wind…
Wie dem auch sei, bis auf nasse Füsse kamen wir gut weg (nur gute Schwimmstege halten acht große Ruderer und ein Boot so aus, dass die Füsse trocken bleiben, der dortige nicht…). Dann etwas warm fahren und dann – warten auf den Start! Irgendwas hatte der Organisator neben der katastrophalen Kommunikation, nicht hinbekommen, so dass sich der Start des ersten Bootes (unsere Männer) um fast 30 Minuten verzögerte. Damit lagen wir weit über eine Stunde auf den Start wartend auf dem Wasser. Das einzig Gute daran war, dass wir den Regen in dieser Zeit überstanden haben und nicht mehr während des Rennens bekamen.… (Und das ist ja nicht das einzige erschwerende Detail dieser Veranstaltung: Die Bootstransporte laden in „A“ ab und können in „B“ wieder beladen werden. Dazu muss dann rechtzeitig vor dem Start der Bootstransport umgesetzt werden und die Beteiligten müssen zurück zum Start. Nach dem Rennen müssen dann wiederum Autos und Sachen vom Start zum Ziel geholt werden. Alles in allem eine vertrackte Logistik mit Parkplatzstress, die mehr als die halbe Mannschaft länger als die Zeit des Rennens auf Trab hält…).
Bleibt noch das Rennen. Für alle gegen Wind und Wellen über den See. Hinter den Inseln zum Hohenzollernkanal. Und dann nach etwas über drei Kilometern fast unbemerkt durchs Ziel. Alle unsere Mannschaften (Frauen, Männer und die Junioren (w/m)) haben das souverän gemeistert und gewannen jeweils ihre Rennen! Und die Frauen überholten sogar alle Boote dieser Kategorie auf der Strecke! Glückwunsch allen Siegern!






Am Ziel dann das Übliche – Boote aus dem Wasser und Aufladen. Diesmal hatten wir den Hänger auf der Pole Position und damit den kürzesten Weg für die Boote!
Danach gab es dann bei Sonnenschein ein Ziel-Picknick, von den Damen organisiert! Vielen Dank speziell auch dafür! Die Siegerehrung, angekündigt für 17:00, fand dann doch noch kurz vor halb Sechs statt und wir erhielten unsere Medaillen (der Organisator hatte offenbar fortwährende Probleme mit der Deutung angekündigter eigener Zeitmarken…). Und damit nochmal Danke und Glückwünsche an alle unsere Teilnehmer!
Und da Mitglieder der RG Rotation in vier Rennen gewonnen haben erhielten wir am Ende noch den Pokal für den erfolgreichsten Verein! Doch eine schöne und unerwartete Überraschung!
Was bleibt als Fazit? Wir waren besser als wir erwartet hatten. Und das war eine große Freude! Dabei haben wir eine große Anzahl Mitglieder aktiv mitgenommen, mit Steigerungspotential! Was Bootsklassen bzw. Rennen und die Zusammenstellung der Mannschaften betrifft. Nur der Männerachter ging als Vereinsboot an den Start…
Die Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ leidet im Moment an der Qualität der Strecke und der Start- und Zielpunkte. Der logistische Aufwand dafür ist erheblich und belastend. Die Organisation entspricht auch nicht dem Anspruch der Veranstaltung. Ob sich das nochmal lohnt, bevor es wieder auf die Stadtstrecke geht…? Wir werden sehen.
Vielleicht sind dann doch alternative Langstreckenevents mal eine Bereicherung? Als das es auch gut wäre, generell solche Langstreckenregatten mehr und langfristiger zu fokussieren? Es sind doch immer wieder tolle Mannschaftserlebnisse, die auch für eine größeren Teil aktiver Teilnehmer aus dem Verein möglich sind und sein werden.
Als nächstes kommt der Elbepokal in Dresden! 5km stromabwärts, von Pillnitz zum Blauen Wunder, am 31.10.26 in Dresden.


Halt! Der Titel. Warum nun 3x Quer durch Berlin?
Nun, der Transport musste auf dem Hinweg die Stadtautobahn am Funkturmdreieck meiden. Da dort momentan (als deutliches Zeichen der Infrastrukturbeschaffenheit dieses Landes) nur eine Spur bis maximal 3,5 t Gesamtgewicht befahren werden darf. D.h. wir dürfen da nicht lang, fahren ab und ziehen durch die westliche Innenstadt Richtung Tegel. Das erste Mal quer durch Berlin. Das zweite Mal dann in den Ruderbooten, obwohl die Strecke diesmal nicht dem Namen „Quer durch Berlin“ gerecht wurde. Und bei der Rückfahrt? Rudolf Wissel Brücke auf der A100 nur eingeschränkt befahrbar (Thema Infrastruktur), dadurch massiver Stau und dadurch Rückfahrt ebenso durch die Stadt an der Goldelse vorbei bis nach Schöneberg und dann weiter Autobahn nach Südosten. Das dritte Mal quer durch Berlin an diesem Tag, für die Mitfahrer des Transports und alle Boote! Wie unser Steuermann mehrfach bemerkte. Was mich dann auch zu diesem Titel brachte…
PP
