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13.05.2026 – Ruderwanderfahrt Elbe-Havel-Dreieck über Himmelfahrt und ein Sonnenaufgang…

Wanderrudern bei Rotation ist kein Alltag, und doch immer wieder präsent. Nicht umsonst haben wir in den letzten Monaten wieder viel Zeit auch in die Überholung unserer Gig-Boote gesteckt. Ein kleiner Vorgeschmack war die kleine Umfahrt mit Picknick unserer Samstagsgruppe kurz vor Himmelfahrt.

 

Das 3. Jahr in Folge haben wir das lange Wochenende rund um Himmelfahrt genutzt zu einer längeren Ausfahrt in Gig-Booten.
Nach Beetzsee und Vilzsee sollte es diesmal keine Sternfahrt sein, sondern eine Rundtour. Die Wahl fiel auf das sogenannte Elbe-Havel-Dreieck, das auf einer Fahrtenleiterschulung in Rüdersdorf angepriesen – zu Recht, wie man im Nachhinein sagen kann. Die Reaktion einiger Altmitglieder war denn auch ein großes Lob für die gute Wahl. Ich kann hier schon sagen, dass es natürlich schön wäre, wenn dem Lob auch eine Teilnahme folgen würde. Was das betrifft, ist nämlich noch viel Luft nach oben.

Relativ schnell kamen 8 Zusagen zusammen, davon 1 für den Landdienst. Diese Zusage sollte sich als wunderbar für alle Seiten herausstellen, doch dazu später.

Strecken- und Quartierplanung waren eine echte Herausforderung diesmal, Fitnessstand und Bereitschaft zum Matratzenlager waren zu berücksichtigen, alles  neben der Erwerbsarbeit. Das hat manchmal gestresst, es gab aber auch viele sehr nette Telefonate und viele gute Hinweise.

Leider konnte Bianca krankheitsbedingt nicht mitrudern. So ging letztendlich unser Gig-Vierer, die Günther Schmidt, mit 6 potentiellen Besatzungsmitgliedern an den Start. Das A-Team ruderte und steuerte mit regelmäßigen Wechseln, das B-Team verrichtete den Landdienst. „B“ steht hier übrigens nicht für 2. Wahl, sondern für Brigitte + jeweiliger Beifahrer. Die beiden B fuhren jede Wechselstelle mit an, so dass wir die Bootsbesatzung gut durchtauschen konnten. Außerdem gab es Nachschub an Getränken und stärkenden Süßigkeiten sowie Erfahrungen aus der Jugend- oder späteren Berufszeit in der Gegend.

Das Elbe-Havel-Dreieck, was ist das eigentlich? Eine Runde, die für uns in Plaue bei Brandenburg begann. Sie führt über Genthin, Parey auf der Havel – Tangermünde, Arneburg und Sandau auf der Elbe – Havelberg (wie der Name schon sagt), Garz, Grütz, Rathenow, Bahnitz und Pritzerbe wieder auf der Havel. Das bedeutet einige Schleusen und Brücken, viel Natur und noch mehr Kilometer. Und, zu unserer großen Überraschung und Freude, sehr wenige Motorboote.


Unsere Runde begann beim RC Plaue, mit einer sehr freundlichen Begrüßung durch Micha nebst Einladung, das gerade frei gewordene Vielbettzimmer zu nutzen. Wir hatten aber unser sehr gemütliches Quartier ein paar Häuser weiter, mit Wintergarten und sehr interessanten Bettlösungen. Auf den Vorschlag, die Strecke in 3 statt der geplanten 4 Tage zu absolvieren, sind wir klugerweise nicht eingegangen.

Tag 1 sollte uns bis Genthin bringen. Kurzfristig, einer Eingebung folgend, haben wir den Abschnitt dann doch bis zur Schleuse Parey verlängert (kluge Entscheidung, 300 m hinter der Schleuse beginnt der Elbabschnitt). Das Rudern bis Parey erwies sich zudem als echte Herausforderung: ein breiter Kanal (Elbe-Havel-Kanal, EHK) in Ost-West-Richtung, bei fettem Gegenwind aus Westen mit einzelnen Regenschauern – da weiß man abends in der Pizzeria, was man gemacht hat, die 43 km hatten es in sich! Zudem die Günther Schmidt lange nicht im Wasser war und als geklinkertes Boot ordentlich Wasser gezogen hat. Die Übernachtung im Jugendsportheim Genthin hat gut getan, die Organisation hat bestens geklappt. Wir konnten vorher keine genaue Ankunftszeit angeben, und am Himmelfahrtstag hat auch ein Objektbetreuer Lust auf eine kleine Auszeit. Bei unserer Ankunft waren die Zimmer schon offen, und dank Landdienst wurde das ganze Gepäck auch schon gleich reingetragen.

Am Tag 2, auf dem Papier die längste Etappe mit 58 km, ging es die Elbe hinab bis Havelberg. Und was soll ich sagen: schönster Sonnenschein, leichter Wind (nicht von vorn), Weite, Ruhe – die blanke Idylle! Mit 3 Pausen, in Tangermünde, an der Gierfähre Arneburg und an der Gierfähre Sandau, ging es durch die Schleuse Havelberg bis zur Ruderriege Havelberg. Alles hat grandios geklappt. Und wir haben jetzt einen begeisterten Elbe-Steuermann, Frank B. Nachdem er gelernt hat, sich nach den Fahrwasserbaken an den Ufern zu richten, begann ein regelrechter Tanz mit der Strömung, die das Rudern ungemein erleichtert hat.
Das Quartier auf dem Gelände der Ruderriege war ok, auch wenn die Auslastung des Vereinsgeländes durch mehrere Vereine arg hoch war. Später haben wir den Tipp bekommen, dass auch der benachbarte Kanuverein Quartier bietet.

Tag 3 nach Rathenow bot wieder eine lange Etappe mit 45 km stromauf, teilweise lebhaftem Gegenwind und 3 sehr lange Schleusen. Es ist sehr von Vorteil, die Befahrensregeln der Schleusen zu kennen und lange Schleusenzeiten einzuplanen. Eine weitere Rudergruppe, die mit uns in Havelberg übernachtet hatte, hat ihr Etappenziel Rathenow nicht erreicht, zumindest nicht auf dem Wasser. Viel Zeitpuffer für Anderes ist nicht vorhanden. Ansonsten: Landschaft, Landschaft, Landschaft. Wir waren in Rathenow ziemlich breit, die alte Schmiede aber zum Glück ganz in der Nähe vom Ruderverein Wiking. Wer wollte, konnte im großen Saal schlafen auf seiner Matratze, diesmal mit ganz viel Platz. Es gab sogar einen Brötchenservice am nächsten Morgen durch das betreuende Mitglied des Rudervereins Wikingund letzter Tag: Nachdem bisher nur von Bahnitz erzählt wurde mit seiner Schleusenbrücke, dem Schlauchwehr und der Kahnschleuse mit Selbstbedienung, konnten sie an diesem Tag genauer in Augenschein genommen werden (die Brücke samt Geschichte dazu durch den Landdienst, der Rest von allen). Unterwegs trafen wir noch nette Badenixen (Ela hat deren Jacke mal ausprobiert) und hatten ein schönes Abschlussessen in der Dorfeisdiele Briest. Dann die letzten vier Kilometer bis zum RV Plaue, anlegen, verladen, ab nach Berlin, abladen, Hänger abstellen und das war es.

Am 4. und letzten Tag: Insgesamt ca. 180 km Rudern, 30 Brückendurchfahrten, 7 Schleusen, 3 Gierseilfähren, einer Motorfähre (mit Brigitte drauf) und viele Erlebnissen, die ihr euch am Stammtisch von Brigitte, Daniela, Sabine H., Ulf, Frank B., Raimund und Jens erzählen lassen könnt. Bilder gibt es auch. Und wenn euch das nicht reicht, selber abfahren und / oder das nächste Mal mitkommen.

Gleich das Wochenende danach machte ebenfalls ein Teil der Sonnabendsrunde eine wunderschöne Sonnenaufgangsfahrt, auch davon gibt es Bild.

S.H. + J.W.

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